Pressemitteilung des Vorstandes des FC Alemannia München von 1912 e.V. - 22. Juli 2026
Kündigung der Vereinsräume bedroht die Zukunft des FC Alemannia München
Traditionsverein fordert die Landeshauptstadt München zu einem offenen Dialog und zum Erhalt einer tragfähigen Lösung am Standort Rotbuchenstraße auf
Der FC Alemannia München 1912 e. V. hat ein Schreiben des Immobilienmanagements des Kommunalreferats der Landeshauptstadt München erhalten, mit dem das bestehende Mietverhältnis über die Vereinsräume im Kellergeschoss des Horts an der Rotbuchenstraße 79b zum 31. Dezember 2026 gekündigt wird. Gründe für die Kündigung wurden in dem Schreiben nicht genannt. Ein vorheriges Gespräch mit dem Verein fand nicht statt.
Für den Verein kommt dieser Schritt überraschend. Zwar hatte das Sportamt Ende vergangenen Jahres über das Kontaktformular auf der Vereinswebseite kommuniziert, dass der Hort im Zusammenhang mit dem Ganztagsanspruch zusätzlichen Raumbedarf angemeldet hat. Aber trotz mehrfacher Rückrufversuche und einer schriftlichen Antwort des Vereins kam keinerlei Dialog oder weiterführendes Gespräch zustande.
„Wir haben großes Verständnis dafür, dass im Rahmen der Ganztagsbetreuung zusätzliche Räumlichkeiten benötigt werden. Gleichzeitig betreuen wir selbst knapp 300 Kinder und Jugendliche im nachmittäglichen und abendlichen Fußballtraining. Auch wir können die hohe Zahl an Anfragen für neue Mitgliedschaften schon heute kaum noch abbilden“, erklärt Nikolas Heep, 1. Vorstand des FC Alemannia München. „Umso wichtiger wäre es gewesen, vor einer Kündigung gemeinsam zu prüfen, wie die Interessen des Horts und unseres Vereins miteinander vereinbart werden können.“
Räume wurden ausdrücklich für die Vereinsnutzung geschaffen
Die betroffenen Räume wurden im Zuge des Neubaus des Horts im Jahr 2011 ausdrücklich für die Nutzung durch den FC Alemannia München geplant und errichtet. Nach Kenntnis des Vereins war eine Unterkellerung des Gebäudes ursprünglich nicht vorgesehen. Die heutige Aufteilung ist daher gezielt auf die Anforderungen des Vereins- und Sportbetriebs zugeschnitten.
Zu den Räumlichkeiten gehören zwei Umkleidekabinen, umfangreiche Sanitäranlagen mit Toiletten und Duschen, eine kleine Schiedsrichterkabine, eine Küche, ein Büro sowie ein Aufenthaltsraum. Letzterer wird unter anderem für Vorstandssitzungen, Mannschaftsabende, Mitgliederversammlungen und weitere Vereinsveranstaltungen genutzt.
Aus Sicht des Vereins wäre lediglich dieser Aufenthaltsraum für eine Nutzung durch den Hort geeignet. Der überwiegende Teil der übrigen Flächen – insbesondere Umkleiden, Duschen und Schiedsrichterkabine – ist dagegen speziell für den Sportbetrieb ausgelegt. Schätzungsweise rund 60qm der 260qm Gesamtfläche dürften deshalb für die Zwecke des Horts nicht nutzbar sein.
Sportplatz allein reicht für einen funktionierenden Trainingsbetrieb nicht aus
Die angekündigte Fortführung der Sportplatznutzung stellt aus Sicht des Vereins keine ausreichende Lösung dar. Für einen geordneten Trainings- und Spielbetrieb sind Umkleidekabinen, Toiletten und Duschen unverzichtbar. Ohne Zugang zu diesen Einrichtungen ist die Nutzung der Trainingszeiten auf dem Sportplatz nicht möglich.
Darüber hinaus sind die Räume das organisatorische und soziale Zentrum des Vereins. Hier treffen sich Mannschaften, Trainerinnen und Trainer, Eltern, Ehrenamtliche und Vereinsverantwortliche. Hier werden Trainingseinheiten vorbereitet, Sitzungen abgehalten, Veranstaltungen organisiert und Gemeinschaft gelebt.
„Ohne unsere Vereinsräume ist nicht nur der Trainingsbetrieb gefährdet. Es droht auch ein erheblicher Verlust des Vereinslebens“, so Anja Kuntscher, 2. Vorstand. „Gerade in einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, Menschen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen und ausreichend Sportangebote für Kinder und Jugendliche bereitzustellen, wäre dies der Anfang vom Ende für unseren Verein.“
Seit mehr als 114 Jahren in Harlaching verwurzelt
Der FC Alemannia München 1912 e. V. ist seit mehr als 114 Jahren fest in Harlaching verwurzelt. Ein großer Teil der Mitglieder kommt aus dem Viertel und der unmittelbaren Umgebung. Viele Kinder und Jugendliche erreichen den Sportplatz zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Auch das ehrenamtliche Engagement der Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer sowie der weiteren Vereinsmitglieder ist eng mit dem Standort verbunden.
Eine Verlagerung in eine andere städtische Einrichtung, die weit von den Wohnorten der Mitglieder entfernt liegt, ist deshalb keine tragfähige Alternative. Sie würde die Teilnahme insbesondere für Kinder und Jugendliche erschweren, gewachsene Mannschaftsstrukturen gefährden und das ehrenamtliche Engagement zusätzlich belasten.
Breite Unterstützung aus Politik und Bürgerschaft
Die Bürgerversammlung des 18. Stadtbezirks hat am 10. Juli 2026 mit Mehrheit für den Antrag des FC Alemannia München gestimmt: Der Verein soll in seinen Räumen verbleiben, bis eine tragfähige Alternative gefunden ist, und die Stadt soll den Verein durch gemeinsames Projektmanagement und offene Kommunikation aktiv unterstützen. Das Büro des Oberbürgermeisters kümmert sich aktuell um das Anliegen. Darüber hinaus liegt ein Antrag der SPD-Fraktion im Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching vor.
Forderung des Vereins
Der FC Alemannia München fordert die Landeshauptstadt München auf, die Kündigung zu überprüfen und kurzfristig einen offenen, lösungsorientierten Austausch mit dem Verein aufzunehmen. Ziel muss es sein, sowohl den berechtigten Raumbedarf des Horts als auch den Fortbestand des Kinder-, Jugend- und Vereinssports am Standort Rotbuchenstraße zu sichern.
„Wir möchten keine Konfrontation, sondern eine gemeinsame Lösung“, betont Nikolas Heep. „Der FC Alemannia München übernimmt seit Jahrzehnten Verantwortung für Kinder, Jugendliche und das gesellschaftliche Miteinander in Harlaching. Wir vertrauen darauf, dass diese Bedeutung bei den weiteren Entscheidungen berücksichtigt wird und dass über die Zukunft unseres Vereins nicht ohne ein ernsthaftes Gespräch mit uns entschieden wird.“



